Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 95383
Datum der Veröffentlichung : 2/20/2016 1:19:57 PM
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Das Verhalten der Muslime in der Gesellschaft (2)

Freitagsansprache von 19.02.2016

von Hujjat ul-Islam Ansari

Im Namen Gottes des Gnädigen des Barmherzigen

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Ich rate mir und ihnen zur Ehrfurcht gegenüber Gott.

Imam Ali (a.s.) sagt in Nadsch-ul-Balagha in Predigt 191: „Macht durch die Gottesehrfurcht, euren Schlaf zur Wachheit, und verbringt damit euren Tag. Macht die Gottesehrfurcht euren Herzen bewusst, wascht eure Sünden damit fort, kuriert eure Krankheiten damit und eilt dem Tod damit entgegen. Lasst euch diejenigen eine Lehre sein, welche die Gottesehrfurcht niedrig schätzten und zugrunde gingen.

In dieser Freitagspredigt möchte ich weitere Pflichten der Muslime gegenüber der Gesellschaft für sie erläutern.

Eine sehr wichtige Aufgabe der Muslime in einer Gesellschaft ist, dass sie sich um die Bedürftigen kümmern. Dieses wird mehrfach sehr deutlich im Koran erwähnt. Wie in Surah Baqarah in Vers 254:

„O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem, was Wir euch beschert haben, bevor ein Tag kommt, an dem es weder Kaufgeschäft noch Freundschaft, noch Fürsprache gibt. Die Ungläubigen sind die, die Unrecht tun“.

Und auch in Surah Al An‘am in Vers 160:

Wer mit einer guten Tat kommt, erhält zehnmal so viel. Und wer mit einer schlechten Tat kommt, dem wird nur gleichviel vergolten. Und ihnen wird dabei nicht Unrecht getan“.

Imam Hassan Askari (a.s.) sagt diesbezüglich: “Es gibt zwei Eigenschaften, welche so wertvoll sind, dass es keine wertvolleren als diese gibt. Erstens der Glaube an Allah und zweitens die Güte gegenüber den Glaubensgeschwistern.“

Was Imam Hassan hier meint, ist dass wenn ein Mensch die höchste Stufe der Dienerschaft gegenüber Allah und die Vollkommenheit erreichen möchte, muss dieser mit zwei Flügeln fliegen. Der erste Flügel ist der Glaube an seinen Schöpfer und der zweite ist die Dienerschaft gegenüber den Geschöpfen Gottes.

Unser Denken, Sprechen und Handeln muss Fürsorglich sein.

Am Tag des Gerichts, werden jene Hände, welche sich in diesem Leben zu uns streckten und wir ihnen halfen, die Hände sein, welche uns dort erretten werden.

In einer Überlieferung heißt es, dass am Tag der Auferstehung gerufen wird: „Wo sind die Bedürftigen? Eine große Menge wird aufstehen und sagen wir sind diejenigen. Dann wird zu ihnen gesagt: „Kommt hervor und schaut in die Gesichter, welche euch zuvor geholfen haben. Nehmt ihre Hände und geht mit ihnen ins Paradies ein“.

Da wir uns in der Trauerzeit um Fatima Zahra (s.) befinden, möchte ich einige Beispiele aus dem Verhalten dieser großartigen Frau, welche ein Vorbild für die gesamte Menschheit ist nennen.

Fatima Zahra (s.) war nicht nur in der kleinsten Gesellschaft also gegenüber der Familie ein Vorbild als Tochter für den Propheten (s.), ein Vorbild als Ehefrau für Imam Ali (a.s.) und ein Vorbild als Mutter für Imam Hassan und Imam Hussain (a.s), sondern sie war gegenüber der gesamten Gesellschaft ein Vorbild und erfüllte alle ihre Aufgaben. Sie kümmert sich stets um Bedürftige und weißte sie niemals zurück.

Aus Ihrem Leben werde ich zwei Beispiele hierfür nennen.

Der Prophet schenkte Fatima Zahra (s.) zu ihrer Hochzeit ein Kleid und eine Bedürftige kam mit einem alten und zerrissenen Kleid zum Haus des Propheten und bat um Kleidung, welche sie schützen soll. Fatima (s.) wollte dieser Bedürftigen ein anderes Kleid spenden, doch dann erinnerte sie sich an den Vers 92 der Surah Ale Imran:

 Ihr werdet die (wahre) Frömmigkeit nicht erlangen, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt. Und was immer ihr spendet, Gott weiß es“.

und spendete diese ihr eigenes Brautkleid. Dann kam der Engel Gabriel zum Propheten Mohammad (s.) und sagte: „Allah grüßt dich und hat mich beauftragt, dass ich Fatima SEINE Grüße ausrichte und ihr ein neues Kleid aus dem Paradies überbringen soll.

Aus dieser Überlieferung können wir lernen, dass ein Bedürftiger der zu uns kommt, ein gesandter Gottes ist und eine Prüfung und Gelegenheit für uns darstellt. Sodass wir unsere Aufgabe erkennen müssen.

Ein weiteres Beispiel aus dem Leben von Fatima Zahra (s.) ist:

Ein neu zum Islam konvertierter Araber, kam in die Moschee in Medina und bat um Hilfe. Salman ging los um diesen Mann zu helfen. Er ging von Tür zu Tür um etwas zu sammeln, doch niemand half ihm. Er ging enttäuscht zurück, doch plötzlich sah er das Haus von Fatima Zahra (s.) und sagt sich: „Fatima ist die Quelle der Wohltat“ ER ging zu ihrer Tür und berichtete von dem Bedürftigen Mann in der Moschee. Fatima Zahra (s.) sagte zu Salman: „Ich schwöre Gott, welcher den Propheten Mohammad (s.) erwählt hat, es sind bereits 3 Tage vergangen, dass ich und meine Kinder kaum etwas gegessen haben. Dennoch kann ich diese gute Tat, welche an meine Tür kam, nicht ablehnen“. Fatima gab Salman Kleidung, damit er diese bei einem Geschäft gegen Datteln und Getreide als Pfand hinterlassen kann und brachte das Essen zum Haus von Fatima zurück. Salman sagte: „Oh Tochter des Propheten, nimm einen Teil für dich und deine Familie davon“. Sie lehnte ab und sagte: “Ich habe dies ausschließlich nur für Allah gemacht und ich werde davon nichts nehmen“.

Wir sehen, dass Wohltaten und Verantwortungsbewusstsein, welche Lehren des Islams sind, weder Frau, Mann, Jung, Alt, Hautfarbe oder Nation kennt. Dies gilt für alle Menschen.

Aus Sicht des Islams, gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau was den Wert betrifft. Grundsätzlich gilt, dass nur die großartige Seele, hohe menschliche Werte und die Menschenwürde, den Wert des Menschen bestimmen.

Deshalb nennt Allah im heiligen Koran einige Frauen als Vorbilder für die gesamte Menschheit. So heißt es in Surah Tahrim in Vers 11:

„Und Gott hat für die, die glauben, die Frau des Pharao als Beispiel angeführt“.

Die Frau von Pharao, die heilige Maria, Khadidscha und Fatima sind vollkommene Vorbilder für alle Menschen, auf die das Paradies voller Sehnsucht wartet.

Möge Allah uns dabei helfen unsere Aufgaben zu erkennen.



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